Die sechste Festivalausgabe von Literatur: BERLIN findet 2020 vom 16. bis 29. März statt. Wir freuen uns erneut auf Autoren_innen und Künstler_innen aus dem In- und Ausland, die gemeinsam mit ihren Verlagen ihre aktuellen Neuerscheinungen in der Kulturbrauerei, im Georg Büchner Buchladen und in der Buchhandlung Kunst Buch Kollwitzplatz vorstellen. Infos zu den Einzelveranstaltungen und zum Ticketing finden Sie hier und auf unserer Facebook-Seite!

VERANSTALTUNGEN

▼03.03.20 Gerhard Sawatzky „Wir selbst“▼

Gerhard Sawatzky „Wir selbst“
Vorgestellt von Carsten Gansel

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Buchpremiere

Der von Stalin verbotene große Roman über die Russlanddeutschen, das Epos der autonomen deutschen Wolgarepublik (1918–1941)

Gerhard Sawatzkys großer Gesellschaftsroman »Wir selbst« erzählt von einer untergegangenen Welt, nämlich der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Diese wurde 1918 – u.a. auf Betreiben Ernst Reuters – gegründet, bis zu ihrem Ende 1941 ein höchst wechselvolles Schicksal erfuhr. Sein Autor, Gerhard Sawatzky, der als wichtigster Literat der Wolgadeutschen galt, wurde verhaftet, zu Zwangsarbeit verurteilt und starb in einem Lager in Sibirien, das Buch wurde verboten und vernichtet. Doch Sawatzkys Witwe gelang es, bei der Deportation nach Sibirien unter dramatischen Umständen das Urmanuskript zu retten. In einer deutschsprachigen Zeitschrift in der Sowjetunion wurden – allerdings bearbeitet und zensiert – in den achtziger Jahren Teile des Buches abgedruckt. Carsten Gansel hat nun das Urmanuskript in Russland aufgespürt. »Wir selbst« erzählt in häufigen Szenenwechseln zwischen Land und Stadt aus der Zeit zwischen 1920 bis 1937 vor allem von einem jungen Liebespaar, Elly Kraus, der Tochter einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie, die als Kind auf der Flucht vor der Roten Armee allein in Russland zurückblieb, und von Heinrich Kempel, dessen Kindheit auf dem Land während des Krieges von Hunger und Entbehrung geprägt ist, und der schließlich Ingenieur wird. Auch wenn Sawatzky schon beim Schreiben die Angst vor stalinistischen Säuberungsaktionen im Nacken saß und er manches unterschlug und beschönigte – sein Buch ist ein höchst bedeutendes Zeitzeugnis, das zudem durch Carsten Gansels umfangreiches Nachwort über Sawatzky, die Geschichte des Manuskripts und die deutsche Wolgarepublik ergänzt und erschlossen wird.

 

Carsten Gansel stellt das in Russland aufgespürte Urmanuskript im Georg Büchner Buchladen erstmals in Berlin vor.

 

Gerhard Sawatzky wird 1901 in der Südukraine, einem der beiden großen Siedlungsgebiete für Russlanddeutsche vor dem Zweiten Weltkrieg, geboren. Nach seinem Studium in Leningrad arbeitet Sawatzky zuerst als Lehrer, dann als Journalist und Autor in der Wolgadeutschen Republik.
Sawatzky gilt als Vorkämpfer einer eigenständigen sowjetdeutschen Literatur, 1937 vollendet er sein Opus magnum, den Roman Wir selbst. Wenig später, 1938, wird Sawatzky vom NKWD verhaftet und in ein Arbeitslager deportiert. Er stirbt am 1. Dezember 1944 im Gulag in Solikamsk.

Buchcover: Verlag Galiani Berlin

Eintritt: VVK 10€, AK 12€. TICKETS sind vorab im Georg Büchner Buchladen erhältlich.

▼04.03.20 Rétif de la Bretonne „Die Nächte von Paris“▼

Rétif de la Bretonne „Die Nächte von Paris“
Vorgestellt & gelesen von Reinhard Kaiser

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Buchvorstellung

Ein Standardwerk der Paris-Literatur, der Großstadt- und der Revolutionsreportage

Zwanzig Jahre lang hat der »Nächtliche Zuschauer« Rétif de la Bretonne damit zugebracht, nach Sonnenuntergang die damals größte Stadt der Welt zu erkunden: Paris. In einem an Tausendundeine Nacht erinnernden Rahmen präsentiert er die merkwürdigsten seiner Erlebnisse und Begegnungen den Lesern. Grabräuber – Bücherschmuggel in Gemüsegärten – Die bedrängte Frau – Der Geräderte – Fleißige Nichtstuer – Der Plakatabreißer – Das Geheimnis der Waschfrauen – Der nützliche Spion – Der Zeittotschläger – Die ersten Ballons – Tumult und Radau: Schon eine kleine Auswahl aus dem Inhaltsverzeichnis lässt erahnen, was für ein Schatz an Geschichten und Beobachtungen hier zusammengekommen ist. Im Dezember 1788 erscheinen die ersten zwölf Bände dieses Riesenwerks, zwei weitere folgen im April 1789. Da spürt Rétif schon, wie sich in der Metropole neuer Stoff zu sammeln beginnt, Zündstoff für die Weltgeschichte. Er ist beim Ausbruch der Revolution selbst mit dabei. Von der Bastille kommt ihm eine Gruppe von Revolutionären mit den aufgespießten Köpfen des letzten Gouverneurs dieses Gefängnisses und des eben noch amtierenden Bürgermeisters von Paris entgegen. Er wird in den nächsten Jahren immer wieder Augenzeuge von Mord und Zerstörung, von Phasen des Glücks- und Freudentaumels, von Gräueltaten, Massakern, Hinrichtungen – und setzt sein Buch fort.

 

Reinhard Kaiser präsentiert im Georg Büchner Buchladen eine Auswahl der bedeutendsten Texte aus seiner neuen Übersetzung und bietet Leser_innen und Zuhörer_innen ein facettenreiches Bild von Paris während der Französischen Revolution.

 

Rétif de la Bretonne (1734 bis 1806) wuchs bei Auxerre in der Bourgogne auf und zog als Drucker und Autor nach Paris. Er verfasste ca. 200 Bücher, darunter viele Romane, Sozialutopien und lizenziöse Schriften. Seine Nuits de Paris gelten als eines der ersten großen Werke der Großstadtsoziologie. An Monsieur Nicolas arbeitete er über viele Jahre hinweg. Das Buch wucherte ihm ins Uferlose. Er starb verarmt und vereinsamt.

Buchcover: Verlag Galiani Berlin

Eintritt: VVK 10€, AK 12€. TICKETS sind vorab im Georg Büchner Buchladen erhältlich.

▼09.03.20 Unda Hörner „Am Horizont der Meere. Gala Dalí“▼

Unda Hörner „Am Horizont der Meere. Gala Dalí“

20.00 Uhr | Kunst Buch Kollwitzplatz | Buchvorstellung

Gala Dalí eine Frau geht ihren Weg

1912: Die blutjunge Helena Diakonova aus Moskau und der angehende Dichter Paul Éluard lernen sich im Luftkurort Davos kennen. Gala, wie Helena sich fortan nennt, folgt dem Geliebten mitten in den Kriegswirren nach Paris, sie heiraten und bekommen eine Tochter. Doch schon bald zieht es Gala in die Boheme-Kreise, sie wird zur Muse der Surrealisten und zelebriert eine Ménage-à-trois mit Paul und Max Ernst. 1929 tritt der junge Salvador Dalí, Shootingstar des Surrealismus, in ihr Leben. Nach einer Spanienreise mit Paul beschließt sie, bei Dalí zu bleiben, um ihrem neuen Geliebten als Muse und Managerin zur Seite zu stehen … Die Autorin, Journalistin und Übersetzerin Unda Hörner zeichnet das faszinierende Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die alle Schranken überwindet, um ihren Traum zu leben: sichtbar, frei und unabhängig zu sein. Mit Am Horizont der Meere hat sie einen schillernden Künstlerroman, eine Emanzipationsgeschichte und ein Panorama der Künste in den 1920er- und 1930er-Jahren vorgelegt.

 

Anlässlich des Internationalen Frauentags stellt Unda Hörner ihren Roman inklusive einer Bilder-Show am 9. März in der Buchhandlung Kunst Buch Kollwitzplatz vor.

 

Unda Hörner, geb. 1961 in Kaiserslautern, studierte Germanistik und Romanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1993 über die Schriftstellerin Elsa Triolet. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin, Herausgeberin, Journalistin und Übersetzerin in Berlin. Bisher veröffentlichte sie vor allem Biografien, unter anderem Die realen Frauen der Surrealisten (1998). Im Jahr 2000 erschien ihr erster Roman Unter Nachbarn. Für ihre Kurzgeschichte Hangar für Hellermann erhielt sie 2001 den Bettina-von-Arnim-Preis. Bei Ebersbach & Simon erschienen Scharfsichtige Frauen, Bücher über die Bohème auf Hiddensee und in Davos, zuletzt die Biografie über die Frauen im Leben von Kurt Tucholsky, Ohne Frauen geht es nicht (2017).

Buchcover: Verlag Ebersbach & Simon

Eintritt: VVK 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 10 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite sowie ohne VVK-Gebühr in der Buchhandlung Kunst – Buch Kollwitzplatz erhältlich.

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▼16.03.20 Tom Kummer „Von schlechten Eltern“▼

Tom Kummer „Von schlechten Eltern“

20.00 Uhr | Maschinenhaus in der Kulturbrauerei | Berliner Buchpremiere

Ein Roman über die Suche nach einem neuen Leben

Ein Mann kommt mit seinem Sohn zurück. Er hat seine Frau verloren und eines seiner Kinder in Los Angeles zurückgelassen. Nachts fährt er als Chauffeur durch sein Heimatland, das ihm Himmel und Hölle zugleich ist, auf der Suche nach einem neuen Leben. Der Erzähler Tom arbeitet als VIP-Fahrer, holt hohe Angestellte von Pharmaunternehmen und Diplomaten vom Flughafen ab und bringt sie nach Zürich oder Bern. Unterwegs durch die Nacht entspinnen sich Dialoge, die von großer Fremdheit und unheimlicher Intimität sind. Währenddessen führen die Gedanken des Fahrers immer auch weg von der Straße, hin zu den Wanderungen mit seinem Vater zum schwarzen Mönch, noch öfter hin zu Nina, seiner verstorbenen Frau. Sie ist Gast auf jeder Fahrt, flüstert ihm ein, zieht ihn hin zu den Narben der Landschaft. Orte, an denen schwere Unfälle geschehen sind, Flugzeugabstürze und andere Machtproben des Schicksals. Morgens nach der Arbeit setzt er sich ans Bett seines schlafenden Sohnes, legt die Hand auf seine Haut, versucht, eine Zukunft zu sehen. Auf dunstverhangenen Straßen nähert sich Tom Kummer auf eindringliche Weise der großen Unbekannten des Lebens: dem Tod.

 

Im Maschinenhaus in der Kulturbrauerei stellt Tom Kummer seinen neuen Roman erstmals in Berlin vor.

 

Tom Kummer, geboren 1961 in Bern, ist ein Schweizer Autor. Als Journalist löste er im Jahr 2000 wegen fiktiver Interviews einen Medienskandal aus. Nach mehreren Jahren in Los Angeles mit seiner Familie, lebt er wieder in Bern. Er schrieb u.a. »Good Morning, Los Angeles – Die tägliche Jagd nach der Wirklichkeit« (1997) und »Blow Up« (2007). Sein letzter Roman »Nina & Tom« (2017) wurde von der Kritik gefeiert.

Buchcover: Klett-Cotta Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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▼17.03.20 Olivier Guez „Koskas und die Wirren der Liebe“▼

Olivier Guez „Koskas und die Wirren der Liebe“
Moderation: Johanna Links (Lektorin)

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Buchpremiere

Eine humorvolle und melancholische Reise in die Berliner Aufbruchstimmung der Nullerjahre

Jaques Koskas hockt in der französischen Provinz, träumt von wilden Liebschaften und einer Karriere als Journalist. Doch der Mittdreißiger wird von den Erwartungen seiner sephardisch-jüdischen Familie gequält. Als die falsche Frau von ihm schwanger wird, steigt Koskas in den nächsten Zug nach Berlin. Dort lernt er Barbara kennen. Durch Berlins Straßen und Kneipen weht die Aufbruchstimmung der Nullerjahre und für einen Moment glaubt Koskas zu wissen, wo er hingehört. Als er sich darauf einlässt, träumt Barbara von einem anderen … Bestsellerautor Olivier Guez nimmt uns mit auf eine humorvolle, melancholische Reise in seine Vergangenheit. “Koskas und die Wirren der Liebe” ist sein Debüt – und sein persönlichstes Buch!

 

Im Palais in der Kulturbrauerei stellt Olivier Guez gemeinsam mit seiner Lektorin Johanna Links seinen Roman erstmals in Berlin vor. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Institut français Deutschland.  Moderation: Johanna Links.

 

Olivier Guez, 1974 in Straßburg geboren, ist Autor und Journalist. Er arbeitete unter anderem für “Le Monde”, die “New York Times” und die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ). Für das Drehbuch von “Der Staat gegen Fritz Bauer” erhielt er den deutschen Filmpreis. Sein Roman “Das Verschwinden des Josef Mengele” (2018) wurde zum internationalen Bestseller und stand in Deutschland viele Wochen auf der “Spiegel”-Bestsellerliste. Olivier Guez lebt in Paris.

Buchcover: Aufbau Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼18.03.20 Deepa Anappara „Die Detektive vom Bhoot-Basar“▼

Deepa Anappara „Die Detektive vom Bhoot-Basar“

Moderation: Shelly Kupferberg

Deutscher Text: Nele Rosetz

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Berliner Buchpremiere

Ein wahrer Kriminalfall und eine mitreißende Coming-of-Age-Story 

Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist). Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert … „Die Detektive vom Bhoot-Basar“ erzählt von den Farben und Widersprüchen des heutigen Indien, von sozialen und religiösen Spannungen, Korruption und Ungerechtigkeit, vor allem aber von der unbesiegbaren Vitalität dreier Kinder, von deren Wagemut, Unschuld und überbordender Phantasie. Ein literarisches Debüt von besonderer emotionaler Tiefe, schon vor dem Erscheinen viele Male ausgezeichnet und bislang in 16 Sprachen übersetzt. Deepa Anappara bringt einen wahren Kriminalfall und eine mitreißende Coming-of-Age-Story zusammen mit der Magie einer großen Erzählung. Ein seltenes Glück.

 

Im Georg Büchner Buchladen stellt Deepa Anappara ihren Roman erstmals in Berlin vor. Moderation: Shelly Kupferberg. Deutscher Text: Nele Rosetz.

 

Deepa Anappara wuchs im südindischen Kerala auf und arbeitete in Delhi und Mumbai als Journalistin, bevor sie an der University of East Anglia im englischen Norwich Creative Writing studierte. Für ihre Arbeiten zu den Auswirkungen von Armut und religiöser Gewalt auf die kindliche Entwicklung erhielt sie mehrere Preise und Auszeichnungen. “Die Detektive vom Bhoot-Basar”, ihr erster Roman, wurde bislang in 16 Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Bridport/Peggy Chapman-Andrews Award, dem Lucy Cavendish Fiction Prize und dem Deborah Rogers Foundation Writers Award ausgezeichnet. Deepa Anappara lebt in der englischen Grafschaft Essex.

Buchcover: Rowohlt Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼19.03.20 Olivia Wenzel & Jackie Thomae präsentieren „1000 Serpentinen Angst“▼

Olivia Wenzel & Jackie Thomae präsentieren „1000 Serpentinen Angst“
Moderation: Jackie Thomae

19 Uhr | Museum in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung

Eine turbulente Familiengeschichte & ein kritischer Blick auf die Gegenwart
Eine junge Frau besucht ein Theaterstück über die Umbruchzeit 1989/90 und ist die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum. Mit ihrem Freund sitzt sie an einem Badesee in Brandenburg und sieht vier Neonazis kommen. In New York erlebt sie den Wahlsieg Trumps in einem fremden Hotelzimmer. Wütend und leidenschaftlich schaut sie auf unsere sich rasant verändernde Zeit und erzählt dabei auch die Geschichte ihrer Familie: von ihrer Mutter, die Punkerin in der DDR war und nie die Freiheit hatte, von der sie geträumt hat. Von ihrer Großmutter, deren linientreues Leben ihr Wohlstand und Sicherheit brachte. Und von ihrem Zwillingsbruder, der mit siebzehn ums Leben kam. Herzergreifend, vielstimmig und mit Humor schreibt Olivia Wenzel über Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit und über die Rollen, die von der Gesellschaft einem zugewiesen werden.

 

Im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Jackie Thomae („Momente der Klarheit“, „Brüder“) stellt Olivia Wenzel ihren Debütroman „1000 Serpentinen Angst“ im Museum in der Kulturbrauerei vor. Moderation: Jackie Thomae

 

Olivia Wenzel, 1985 in Weimar geboren, Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Uni Hildesheim, lebt in Berlin. Sie schreibt Theatertexte und Prosa, machte zuletzt Musik als Otis Foulie. Wenzels Stücke wurden u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Hamburger Thalia Theater, am Deutschen Theater Berlin und am Ballhaus Naunynstrasse aufgeführt. Neben dem Schreiben arbeitet sie in Workshops mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der freien Theaterszene kollaboriert sie als Performerin mit Kollektiven wie vorschlag:hammer. „1000 Serpentinen Angst“ ist ihr erster Roman.

 

Jackie Thomae, 1972 in Halle an der Saale geboren, ist Journalistin und Fernsehautorin. 2015 erschien ihr Debütroman „Momente der Klarheit“. Mit ihrem viel beachteten Roman „Brüder“ (2019) stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Sie lebt in Berlin.

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Literatur: BERLIN, dem Museum in der Kulturbrauerei und der Buchhandlung Kunst-Buch Kollwitzplatz.

Der Eintritt ist frei!

Buchcover: S. Fischer Verlag

▼19.03.20 Katya Apekina „Je tiefer das Wasser“▼

Katya Apekina „Je tiefer das Wasser“

Moderation: Gesa Ufer

Deutscher Text: Constanze Becker

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Berliner Buchpremiere

Ein Roman über das Schicksal zweier Schwestern und die Kräfte, die in einer Familie wirken

Edie und Mae sind Schwestern. Die Mutter der beiden hat versucht sich umzubringen, und nun werden sie weggeschafft, aus ihrem Heimatkaff in Louisiana nach New York, aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftstellervater, der die Familie vor Jahren verließ. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. Schnell kommt es zum Bruch. Während die eine einen verzweifelten Rettungsversuch unternimmt, lässt sich die andere ein auf die Zuneigung des Vaters und die Bitte, ihm beim Schreiben seines neuen Romans über die Mutter zu helfen. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: Verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht. Ein Roman über das Schicksal zweier Schwestern und die Kräfte, die in einer Familie wirken. Über das, was in unserem Inneren tobt, und die Wirklichkeit. Und wie zwischen beidem vermittelt wird, durch Sprache, Liebe, Kunst … Von der Suche nach der Grenze zwischen zwei Menschen ist Katya Apekina zurückgekehrt: mit einem Roman, der Grenzen verwischt.

 

Im Georg Büchner Buchladen stellt Katya Apekina ihren Roman erstmals in Berlin vor. Moderation: Gesa Ufer. Deutscher Text: Constanze Becker.

 

Katya Apekina, geboren in Moskau, mit drei in die USA gekommen, lebt heute in Los Angeles. Auf ihre ersten Texte in Magazinen folgten Stipendien und Auszeichnungen. Sie übersetzt russische Lyrik, schreibt Drehbücher. Ihr Debütroman „Je tiefer das Wasser“, veröffentlicht in einem kleinen Indie-Verlag, entwickelte sich zum Überraschungserfolg des letzten Jahres, Übersetzungen ins Französische, Spanische, Italienische erscheinen zeitgleich im Frühjahr 2020.

Buchcover: Suhrkamp Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼19.03.20 Kübra Gümüsay „Sprache und Sein“▼

Kübra Gümüsay „Sprache und Sein“
Moderation: Teresa Bücker

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung

Wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt

Dieses Buch folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt. Nach wirklich gemeinschaftlichem Denken in einer sich polarisierenden Welt. Kübra Gümüsay setzt sich seit langem für Gleichberechtigung und Diskurse auf Augenhöhe ein. In ihrem ersten Buch geht sie der Frage nach, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie zeigt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Und wie können wir alle – in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse –­ anders miteinander kommunizieren? Gemeinsam mit der freien Journalistin Teresa Bücker stellt Kübra Gümüsay ihr Buch im Palais in der Kulturbrauerei vor. Moderation: Teresa Bücker.

 

„Ein beeindruckendes Buch, poetisch und politisch zugleich.“ (Margarete Stokowski)

 

Kübra Gümüsay, geboren 1988 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Journalistinnen und politischen Aktivistinnen unseres Landes. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der Londoner School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog Ein Fremdwörterbuch für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin der tageszeitung und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Die von ihr mitbegründete Kampagne #ausnahmslos wurde 2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet. Nach Jahren in Oxford lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn wieder in Hamburg.

Buchcover: Hanser Berlin Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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eventim

▼20.03.20 Téa Obreht „Herzland“▼

Téa Obreht „Herzland“

Moderation: Thomas Böhm

Deutscher Text: Britta Steffenhagen

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Berliner Buchpremiere

Der amerikanische Gründungsmythos neu erzählt

Arizona, um 1890. Ein neuer Morgen eines zu heißen Sommers bricht an für Nora Lark. Ihre Farm ist bedroht von Dürre und mächtigen Viehzüchtern, neuerdings auch, so glaubt ihr kleiner Sohn Toby, von einem monströsen Tier, das draußen umherstreift. Seit Tagen ist Noras Mann verschwunden, nachts sind die beiden älteren Söhne im Streit davongeritten, und irgendwer ist ins Brunnenhaus eingebrochen. Doch Nora stehen noch ganz andere Prüfungen bevor – die über das Schicksal ihrer Familie entscheiden werden. Das liegt auch an Lurie, Waise eines Einwanderers aus dem Osmanischen Reich, der vom kleinen Ganoven zum verfolgten Outlaw wurde, schließlich einen unerwarteten Gefährten findet und in einem Trupp der U.S. Army untertaucht. In Luries abenteuerlichem Leben verdichten sich das Heldentum und die Niedertracht der Epoche zu einem schrecklichen, prächtigen, epischen Bogen – mit immer überraschenden Wendungen. Téa Obreht erzählt in ihrer bildhaft leuchtenden, einzigartigen Sprache den amerikanischen Gründungsmythos neu. „Herzland“ zeigt die Siedlerzeit mit all ihrer Härte und zugleich einen schillernden, unbekannten Wilden Westen – in dem die Konflikte des heutigen Amerika schon aufscheinen.

 

Im Georg Büchner Buchladen stellt Téa Obreht ihren Roman erstmals in Berlin vor. Moderation: Thomas Böhm. Deutscher Text: Britta Steffenhagen.

 

Téa Obreht gilt als eine der wichtigsten jungen Stimmen der internationalen Literatur. Geboren 1985 in Belgrad, lebt sie seit ihrem zwölften Lebensjahr in den USA. Ihr Debütroman „Die Tigerfrau“ (2011), für den National Book Award nominiert, erschien in mehr als dreißig Sprachen und wurde in zahlreichen Ländern zum Bestseller. 2011 erhielt Téa Obreht den Orange Prize for Fiction. Über „Herzland“ schrieb die „New York Times“: „Obrehts klare und zugleich reiche Prosa fängt aufs Eindrücklichste die Schönheit wie die tückische Gefährlichkeit des Westens ein.“

Buchcover: Rowohlt Berlin Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼20.03.20 Jens Rosteck „Die Verwegene. Jeanne Moreau“▼

Jens Rosteck „Die Verwegene. Jeanne Moreau“

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Berliner Buchpremiere & Bühnenshow

Das faszinierende Porträt einer Legende des europäischen Films

Jeanne Moreau (1928–2017) prägte die Leinwand und das internationale Kino des 20. Jahrhunderts wie kaum eine andere Schauspielerin ihrer Ära. Sie wird in einem Atemzug mit Romy Schneider, Catherine Deneuve oder Brigitte Bardot genannt und wurde von Orson Welles als Ausnahme-Mimin verehrt. Jeanne Moreau drehte mit den großen Regisseuren der Nouvelle Vague und des Autorenkinos wie Louis Malle, François Truffaut, Luis Buñuel, Michelangelo Antonioni, Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders. Sie war eng befreundet mit Marguerite Duras und die Geliebte von Peter Handke. Jens Rosteck zeichnet das faszinierende Porträt dieser verwegenen Künstlerin, die vielen Frauen mit ihrer Unabhängigkeit als Vorbild diente: emanzipiert, weise, abgründig, aufmüpfig, majestätisch und in höchstem Maße erotisch. Eine Legende des europäischen Films.

 

Im Rahmen einer multimedialen Bühnenshow mit Textvortrag, Bildeinblendungen und Musikbeispielen stellt Jens Rosteck seine Biographie erstmals in Berlin vor. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Institut français Deutschland.

 

Jens Rosteck, 1962 geboren, lebte viele Jahre in Paris und an der Côte d’Azur, wo er begann, eine Reihe von literarischen Biographien zu verfassen, etwa über Lotte Lenya und Kurt Weill, Oscar Wilde, Bob Dylan, Édith Piaf, Jacques Brel und Marguerite Duras. Zuletzt publizierte er die weltweit ersten, viel beachteten Monographien über Hans Werner Henze und Joan Baez. Der promovierte Musikwissenschaftler, Kulturgeschichtler,Übersetzer, Autor und Pianist wohnt heute im Badischen. Mehr zum Autor unter www.jensrosteck.de.

Buchcover: Aufbau Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr in der Buchhandlung Kunst – Buch Kollwitzplatz.

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▼22.03.20 Paulina Czienskowski & Henning May präsentieren „Taubenleben“▼

Paulina Czienskowski & Henning May präsentieren „Taubenleben“

19.00 Uhr | Kesselhaus in der Kulturbrauerei | Berliner Buchpremiere mit Musik

Der Abschied von der Kindheit & die Suche nach dem eigenen Lebensweg
Als Lois nach einem One-Night-Stand auf das Ergebnis eines Bluttests wartet, entgleitet ihr ein Leben, das plötzlich nicht mehr tragfähig erscheint: Sie rüttelt an ihren Festen, hinterfragt bestehende Strukturen, zweifelt und sucht die Auseinandersetzung mit der abweisenden Mutter, die über den frühen Tod des Vaters nie hat sprechen wollen. Zwischen Zartgefühl und Ekstase, Handeln und Denken, Einsamkeit und Nähe erzählt die Journalistin und Autorin Paulina Czienskowski in ihrem Romandebüt „Taubenleben“ von einer Protagonistin, die mit unsicherem Gang und großer Sensibilität nach dem eigenen Lebensweg sucht.
 
Gemeinsam mit Henning May, dem Sänger der Band AnnenMayKantereit, stellt sie ihr Debüt im Kesselhaus in der Kulturbrauerei erstmals in Berlin vor. Paulina und Henning eint die Beobachtung der Welt – die nahe und die weite – die sie in ihren Texten zum Ausdruck bringen. Ob Roman oder Musikstück, alles davon ist immer nur als Ausschnitt zu verstehen. Auf der Bühne wird Lesepassagen aus „Taubenleben“ mit Songs geantwortet. Sie sprechen über Motive des Lebens, Identifikation, das Schreiben und wie verletzlich man sich eigentlich macht, wenn man fremden Menschen seine Worte gibt.

 

Paulina Czienskowski ist freie Journalistin und Autorin. Sie lebt in Berlin, dort ist sie auch geboren und aufgewachsen. Sie hat in den USA und in Paris gelebt und in einer kleinen Stadt in Deutschland studiert, bevor sie für ein Volontariat an einer Journalistenschule zurück in ihre Heimat kehrte.  „Taubenleben“ ist ihr erster Roman.

 

Henning May, geboren 1992 in Köln, ist ein deutscher Musiker und Sänger der Band AnnenMayKantereit, die 2016 mit ihrem Album „Alles nix Konkretes“ den ersten Platz der deutschen Charts erreichte. 2018 erschien ihr aktuelles Album „Schlagschatten“.

Buchcover: Aufbau/Blumenbar Verlag

Eintritt: VVK 12 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 15 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online in Kürze hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼23.03.20 Nadine Schneider & Terézia Mora präsentieren „Drei Kilometer“▼

Nadine Schneider & Terézia Mora präsentieren „Drei Kilometer“

Moderation: Terézia Mora

20.00 Uhr | Maschinenhaus in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung

Eine junge Frau, zwei Männer, ein Leben an der Grenze und ein Sommer, bevor nichts mehr so sein wird, wie es war

Rumänien 1989: Die Hitze ist drückend, das Getreide steht hoch, sonst würde man bis zur Grenze sehen können. Der Gedanke an Flucht liegt verlockend und quälend nahe, noch weiß niemand, was kommt und was in ein paar Monaten Geschichte sein wird. In einem Dorf im Banat, weit weg von Bukarest, dem Machtzentrum des Ceaușescu-Regimes, erlebt Anna einen Spätsommer von dramatischer und doch stiller Intensität. Sie ist hin- und hergerissen, nicht zuletzt zwischen Hans, ihrem Geliebten, und Misch, dem gemeinsamen Freund. Bei wem will sie bleiben? Mit wem will sie gehen? Und ist Hans tatsächlich ein Spitzel, wie Misch vermutet? Mit diesen Fragen bewegt sich Anna plötzlich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Treue und Verrat. Atmosphärisch dicht und schnörkellos erzählt Nadine Schneider von den persönlichen Verstrickungen in einer Zeit vor dem politischen Umsturz. Und davon, was es braucht, um zu bleiben – oder was es bedeutet, sein Land zu verlassen, für sich und die, die man zurücklässt.

 

Im Maschinenhaus in der Kulturbrauerei stellt Nadine Schneider gemeinsam mit der Büchnerpreisträgerin Térezia Mora ihren Debütroman vor. Moderation: Terézia Mora

 

Nadine Schneider, geboren 1990 in Nürnberg als Tochter von Auswanderern aus dem rumänischen Banat, studierte Musikwissenschaft und Germanistik in Regensburg, Cremona und Berlin. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in Anthologien, war mehrfach Stipendiatin der Bayerischen Akademie des Schreibens und wurde für Auszüge aus ihrem Debütroman mit dem  Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin und arbeitet dort im Theaterbereich.

 

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.

Buchcover: Jung und Jung Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr in Kürze online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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▼23.03.20 Irina Liebmann „Die Große Hamburger Straße“▼

Irina Liebmann „Die Große Hamburger Straße“

Moderation: Annett Gröschner

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Buchvorstellung

Ein rätselhaftes Buch voller Liebe und Abschied über die alte Mitte Berlins

Die Große Hamburger Straße ist eine Straße in der alten Mitte Berlins. Von dieser alten Mitte ist beinahe nichts mehr erhalten, denn abgerissen, begradigt und auch mal verschoben wurden die Häuser hier immer schon, zuletzt auch zerbombt, aber jedes Mal neu wieder aufgebaut. Die Große Hamburger Straße ist eine kurze Straße. Man ist schnell hindurchgegangen, oder auch nicht. Irina Liebmann ist es geschehen, dass sie in der Großen Hamburger Straße stecken geblieben ist. »Ins Loch gefallen für viele Jahre.« Warum kam sie dort nicht heraus? Das fragt sie sich selber in diesem Buch. Was ist es, das sie nicht loslässt? Ein Geheimnis, es muss ein Geheimnis sein, und so erzählt sie es auch. Denn wie wäre es, so beginnt das Buch, in die eigene Lebenszeit noch einmal zurückzukehren? Wie wäre es, in der vergangenen Zeit, in der alten Straße herumzuwandern mit dem heutigen Wissen. Würde man so herangehen, dann wäre die Straße ein Raum aus vielen Zeiten, aber nur einer Gegenwart – und die vergeht. Sie vergeht! Mit dem vorliegenden Roman fasst Irina Liebmann ihre ganze bisherige Arbeit über die Mitte Berlins in einem Werk zusammen. Ein rätselhaftes Buch voller Liebe und Abschied ist es geworden, und atemverschlagende Entdeckungen enthält es auch. Moderation: Annett Gröschner

 

Irina Liebmann, geboren in Moskau, lebt in Berlin. Seit 1975 freie Schriftstellerin, vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Berliner Literaturpreis (1998), Preis der Leipziger Buchmesse (2008) und dem Preis Von Autoren für Autoren des Lübecker Literaturtreffens (2015). Ihr Werk erscheint in Neuausgaben bei Schöffling & Co.

Buchcover: Verlag Schöffling & Co.

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼24.03.20 Jan Wenzel (Hrsg.) „Das Jahr 1990 freilegen“▼

Jan Wenzel (Hrsg.) „Das Jahr 1990 freilegen“
Mit: Marion Brasch, Annett Gröschner, Andreas Rost
Moderation: Jan Wenzel

19 Uhr | Museum in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung & Diskussion

1990 – Chronik eines Jahres

Vergleicht man die Jahre 1989 und 1990, zeigt sich, dass sie in der kollektiven Erinnerung höchst unterschiedlich präsent sind. Die meisten können sich das Jahr ’89 rasch ins Gedächtnis rufen. Auch mit dem Abstand von knapp 30 Jahren fällt es leicht, die Abfolge der Ereignisse dieses Herbstes zu erzählen – alles verdichtete sich hier auf wenige, hochdramatische Wochen. 1990 – jenes gleich von Beginn an so ereignisreiche Jahr, das im Herbst zur deutschen Einheit führte und an dessen Ende die ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen standen – wirkt dagegen in der Erinnerung vieler oft wie ein blinder Fleck. Das Gedächtnis, von den sich überschlagenden Ereignissen ebenso gefordert wie von unerfüllten Wünschen und nicht eingestandenen Kränkungen, fasst ein solches Jahr nur schwer.

 

Der 600 Seiten starke und bei Spector Books (Deutscher Verlagspreis 2019) erschienene Bild- und Textband „Das Jahr 1990 freilegen“ beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten ebenjenes Jahres 1990 und ihrer Aktualität. Er montiert Bilddokumente und Stimmen aus dem Jahr 1990 mit essayistischen Reflexionen und Geschichten, in denen aus der Perspektive der Gegenwart auf dieses Jahr zurückgeschaut wird. Er gibt Auskunft über die täglich neuen Ereignisse, die vor 30 Jahren stattfanden, die die Menschen prägten und bis heute nachwirken: etwa die Erstürmung der Stasi-Zentrale, die einzigen freien Wahlen in der (Noch-)DDR, die ersten Abwicklungen der Staatsbetriebe, die Währungsumstellung und der Neubeginn (oder die Fortführung) des künstlerischen und literarischen Lebens. Er versammelt Zeitdokumente, Pressebilder, Fotografien und Texte von Schriftstellern, Fotografen und Künstlern, legt vergessene Biografien frei und beschreibt das, was war, um zu sehen, wo das vereinte Deutschland und seine Hauptstadt heute angekommen sind. Er ist Rückblick und Vorausschau zugleich.

 

Der Herausgeber Jan Wenzel wird gemeinsam mit einer Auswahl der beteiligten Autoren und Künstler im Museum in der Kulturbrauerei über das Jahr 1990 sprechen. Mit: Jan Wenzel (Herausgeber), Annett Gröschner (Autorin), Andreas Rost (Fotograf). Und Marion Brasch (Autorin), die eine Auswahl von Texten ihres Bruders Thomas Brasch vortragen wird.

 

„Eine zeithistorische Publikation mit vergleichbarer Stimmenvielfalt dürfte schwer zu finden sein.“ (Jens Bisky, „Süddeutsche Zeitung“)

 

„‚Das Jahr 1990 freilegen‘ ist ein gewaltiges Buch.“ (Michael Pilz, „Die literarische Welt“)

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Literatur: BERLIN, dem Museum in der Kulturbrauerei und der Buchhandlung Kunst-Buch Kollwitzplatz.

Der Eintritt ist frei!

Cover: Spector Books

▼25.03.20 Nicole Flattery „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“▼

Nicole Flattery „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“

Moderation: Anabelle Assaf

Deutscher Text: Nele Rosetz

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Berliner Buchpremiere

Das Lebensgefühl einer ganzen Generation

Acht Erzählungen über acht Frauen, die ein und dieselbe Person zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens sein könnten: Die Studentin, die in „Abtreibung. Eine Liebesgeschichte“ mit ihrem Professor schläft, könnte die Collegeabgängerin sein, die in „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ in ihrer irischen Heimatstadt einen Tankstellenjob annimmt, oder die Lehrerin, die in „Noch nicht das Ende“ ihre Freizeit mit Blind Dates verbringt. Eine dieser Frauen wird irgendwann stundenlang unbeweglich auf dem Badezimmerboden liegen. Für eine andere ist sogar das Anziehen zu einer Quelle der Verwirrung geworden. Nicole Flattery zelebriert den Humor einer hohlen Welt, die kurz vor dem Untergang steht. Ihre Erzählungen sind melancholische Gedankenspiele, grotesk und tragisch zugleich. Mit erschreckender Präzision geben sie das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder und verspotten es zugleich. Das radikale Debüt kündigt eine glänzende Stimme der neuen Literaturbewegung aus Irland an. „Mutig, furchtlos und auf qualvolle Weise lustig.“ (Sally Rooney)

 

Im Georg Büchner Buchladen stellt Nicole Flattery ihren Erzählband erstmals in Berlin vor. Mit Unterstützung der Irischen Botschaft. Deutscher Text: Nele Rosetz. Moderation: Anabelle Assaf.

 

Nicole Flattery, geboren 1990, lebt in Galway. Sie erhielt den White Review Short Story Prize 2017. „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ ist ihr erstes Buch.

Buchcover: Hanser Berlin Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼26.03.20 Patrick Hofmann & Clemens Meyer präsentieren „Nagel im Himmel“▼

Patrick Hofmann & Clemens Meyer präsentieren „Nagel im Himmel“

Moderation: Clemens Meyer

20.00 Uhr | Maschinenhaus in der Kulturbrauerei | Buchpremiere

Eine moderne Heldengeschichte über die Einsamkeit des Andersseins und die Erlösung durch die Liebe

Die Zahlen sind Olivers Zuflucht. Die Mutter ist schon kurz nach seiner Geburt im Sommer 1989 aus der sächsischen Kleinstadt abgehauen, der Vater straft ihn mit Gleichgültigkeit. Mit siebzehn erfährt Oliver zum ersten Mal Anerkennung, als er bei der Mathematik-Olympiade in Montreal eine Auszeichnung erhält. Danach ist alles anders – und doch nichts besser. Zwar werben die angesehensten Institutionen um ihn, und er kann sich seinen Wunsch erfüllen: am größten Problem der Mathematik, dem Geheimnis der Primzahlen, zu arbeiten. Doch diese Aufgabe treibt ihn in die Abgründe seiner Existenz. Bis ihn die Physikerin Ina aus seiner Einsamkeit rettet. “Nagel im Himmel” erzählt eine Geschichte von Scheitern und Erfolg, Finsternis und Licht, Sehnsucht und Liebe. Ein Bildungsroman über genialische Wissenschaft, rauschhafte Fantasie und menschliche Größe.

 

Im Maschinenhaus in der Kulturbrauerei stellt Patrick Hofmann gemeinsam mit dem Autor Clemens Meyer seinen neuen Roman erstmals in Berlin vor. Moderation: Clemens Meyer

 

Patrick Hofmann, geboren 1971 in Borna, studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Berlin, Leipzig, Moskau und Straßburg und promovierte über Husserls Theorie der Beschreibung. Für sein Debüt »Die letzte Sau« wurde er 2010 mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet. »Nagel im Himmel« ist sein zweiter Roman. Patrick Hofmann lebt in Berlin.

 

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman „Als wir träumten“, es folgten „Die Nacht, die Lichter. Stories“ (2008), „Gewalten. Ein Tagebuch“ (2010), der Roman „Im Stein“ (2013) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen „Der Untergang der Äkschn GmbH“ (2016). Für sein Werk erhielt Clemens Meyer zahlreiche Preise, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. ›„Im Stein“ stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet und für den Man Booker International Prize 2017 nominiert. „Als wir träumten“ wurde für das Kino verfilmt sowie ›„In den Gängen“ nach einer Erzählung von Clemens Meyer, beide Filme liefen im Wettbewerb der Berlinale. Im Frühjahr 2017 erschienen die Erzählungen „Die stillen Trabanten“.

Buchcover: Penguin Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr in Kürze online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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▼26.03.20 Jochen Raiß „Eisbären“▼

Jochen Raiß „Eisbären“
Moderation: Christian Gargerle (GEO Epoche)

20.00 Uhr | Kunst Buch Kollwitzplatz | Buchvorstellung

Bärenstarke Bilder

Der Hamburger Jochen Raiß, dessen Flohmarktfunde von Frauen auf Bäumen bereits Fotoliebhaber begeistert haben, öffnet nun seinen Sammlerschatz für eine neue rätselhafte Serie historischer Fotografien: von posierenden Menschen mit Eisbären. Eisbären mit Urlaubern im Strandkorb, in der Kneipe, auf dem Jahrmarkt, Eisbären Arm in Arm mit Kleinkindern, Männern, Frauen. Was sind das für kuriose Bilder? Und wer verbirgt sich im Eisbärenkostüm? Das weiße Zotteltier taucht an den seltsamsten Orten auf und dient sich ebenso bereitwillig wie selbstverständlich als Fotomotiv an. Woher stammt dieser offenkundige Trend? Warum ist ausgerechnet der Eisbär so populär geworden? Und warum waren vor allem die Deutschen bis Mitte des 20. Jahrhunderts so eisbärverrückt? Jochen Raiß versammelt in seinem Buch die besten Fotos aus seiner Sammlung, ergänzt durch eine Einleitung von Norbert Thomma.

 

Gemeinsam mit Christian Gargerle (GEO Epoche) stellt der Herausgeber Jochen Raiß sein Bild-Text-Buch in der Buchhandlung Kunst – Buch Kollwitzplatz vor. Moderation: Christian Gargerle (GEO Epoche).

 

Jochen Raiß stöbert seit drei Jahrzehnten durch Flohmärkte und Antiquariate und sammelt historische Amateuraufnahmen, die er auf seiner Website imperfekt.photography präsentiert.

Buchcover: Hatje Cantz Verlag

Eintritt frei.

▼27.03.20 Benjamin Maack „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“▼

Benjamin Maack „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“

20.00 Uhr | Georg Büchner Buchladen | Berliner Buchpremiere

Ein Psychiatrie- und Krankenbericht, ein Familiendrama und die Erzählung eines persönlichen Schicksals

„Bin ich jetzt ein Leben müde?“, fragt Benjamin Maack, als er mit seinem großen, schwarzen Rollkoffer vor der Psychiatrie steht. Vier Jahre zuvor hatte er sich schon einmal eingewiesen, nach einem Nervenzusammenbruch – die Diagnose: Depression. Jetzt ist er wieder hier und berichtet von den letzten Nächten, die er nicht mehr im Ehebett, sondern auf dem Sofa verbringt, schlaflos, nervös, in Panik. Und dem Alltag in der Klinik, wie er mit den Mitpatienten „Alarm für Cobra 11“ schaut oder im großen Aufenthaltsraum Delfine im Mondlicht puzzelt. Wie ihm statt Frau und Kindern die Pfleger zum 40. Geburtstag gratulieren und wie er in der Kreativwerkstatt lernt, zu sticken. Er erzählt von Medikamenten, ihren Nebenwirkungen, von Selbstmordgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen und er auf »die Geschlossene hinter der Geschlossenen« verlegt wird – ständig schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Verzweiflung. „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ ist ein entwaffnend ehrliches Zeugnis vom Leben mit Depressionen. Benjamin Maack ringt der unbarmherzigen Krankheit tragikomische Momente ab und erzählt von ihr in so berührenden wie klaren Bildern. Seine Geschichte ist aber nicht nur Psychiatrie- und Krankenbericht, sondern auch Familiendrama und die Erzählung eines persönlichen Schicksals. Ein schonungsloses, literarisch kraftvolles Buch.

 

Gemeinsam mit seinem Lektor Jakob Teich stellt Benjamin Maack sein neues Buch im Georg Büchner Buchladen erstmals in Berlin vor. Moderation: Jakob Teich.

 

Benjamin Maack, geboren 1978, studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Volkskunde. Er veröffentlichte die Kurzgeschichten- und Gedichtbände „Du bist es nicht, Coca Cola ist es“ (2004), „Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland“ (2007) und „Monster“ (2012). Neben weiteren Auszeichnungen wurde ihm beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2013 der 3sat-Preis sowie der Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis 2016 verliehen. Er lebt und arbeitet als Autor und Journalist in Hamburg.

Buchcover: Suhrkamp Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr im Georg Büchner Buchladen.

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▼27.03.20 Hauke Hückstädt (Hrsg.) „LiES. Das Buch“▼

Hauke Hückstädt (Hrsg.) „LiES. Das Buch“
Mit: Jens Mühling, Julia Schoch
Moderation: Hauke Hückstädt

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung & Gespräch

Das erste Buch mit literarischen Geschichten in „Einfacher Sprache“

Gar nicht so leicht, es einfach zu machen. Literatur muss nicht kompliziert, verrätselt oder wortgewaltig sein, um ihre Wirkung zu entfalten. Wie man sich in der Wahl der Mittel beschränken und doch überraschend vielseitig, vielschichtig und abwechslungsreich sein kann, zeigen diese fünfzehn Geschichten. Entstanden unter dem Eindruck, dass die zeitgenössische Literatur mittlerweile große Kreise kaum noch erreicht, hat Hauke Hückstädt ausgezeichnete Schriftstellerinnen und Schriftsteller eingeladen, einfach zu schreiben und vorzulesen. Als Summe erfolgreicher Veranstaltungen präsentiert er nun diese Geschichtensammlung, die sich allen und für alles öffnet. Ein abenteuerliches Leseerlebnis!

 

Gemeinsam mit den beteiligten Autoren_innen Jens Mühling und Julia Schoch stellt Hauke Hückstädt die von ihm herausgegebene Geschichtensammlung im Palais in der Kulturbrauerei vor. Moderation: Hauke Hückstädt.

 

Jens Mühling, geboren 1976 in Siegen, arbeitete zwei Jahre lang für die «Moskauer Deutsche Zeitung», seit 2005 ist er Redakteur beim Berliner «Tagesspiegel». Seine Reportagen und Essays über Osteuropa wurden mehrfach ausgezeichnet und sein erstes Buch «Mein russisches Abenteuer» war in Großbritannien für den renommierten Dolman Travel Book Award nominiert. In diesem Jahr erscheint mit “Schwere See” eine neue Reisereportage über die Region um das Schwarze Meer.

 

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt nach Aufenthalten in Bukarest und Paris als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam. Für ihr von der Kritik hochgelobtes Erzähldebüt „Der Körper des Salamanders“ wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Nach dem für den Leipziger Buchpreis nominierten Roman „Mit der Geschwindigkeit des Sommers“ erschien zuletzt „Selbstporträt mit Bonaparte“.

 

Hauke Hückstädt, geb. 1969 in Schwedt/Oder, siedelte 1984 nach Hannover über. Von 1995 bis 2001 war er im Leitungsteam der Veranstaltungsinstitution Literarischer Salon Hannover tätig, schrieb Literaturkritiken für Radio und Zeitungen, veröffentlichte Gedichte, Übersetzungen, Aufsätze, Porträts, Reden und Essays. Von Oktober 2000 bis April 2010 war er Geschäftsführer und Programmleiter der Veranstaltungsinstitution Literarisches Zentrum Göttingen e. V. Seit Juli 2010 ist er Leiter des Literaturhaus Frankfurt am Main e. V. Hückstädt lebt in Frankfurt am Main, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

Buchcover: Piper Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr in der Buchhandlung Kunst – Buch Kollwitzplatz.

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▼28.03.20 Literaturpreis Prenzlauer Berg 2020▼

Literaturpreis Prenzlauer Berg 2020

13.30 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Öffentliche Lesung & Preisverleihung

Öffentliche Lesung & Preisverleihung

Auch in diesem Jahr wird der Literaturpreis Prenzlauer Berg verliehen! Erneut sind junge literarische Talente dazu eingeladen, ihre Texte öffentlich zu präsentieren. Zum Thema „Oben & unten“ wurden zehn junge Autor_innen in einer Vorauswahl nominiert. Vor Publikum und einer Jury tragen sie ihre Texte vor. Im Anschluss gibt die Jury die Sieger_innen bekannt.

 

Die Juroren sind in diesem Jahr: Lene Albrecht (Autorin), Sieglinde Geisel (freie Journalistin & Autorin) und Adam Heise (Literaturagentur Simon).

Der Eintritt ist frei!

Foto: Tina Linster

▼28.03.20 Andreas Platthaus „Auf den Palisaden“ & Daniel C. Schmidt „This is America“▼

Andreas Platthaus „Auf den Palisaden“ &
Daniel C. Schmidt „This is America“

19.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Doppellesung

Begegnung mit einem tief gespaltenen Land & Roadtrip durch eine Nation im Wandel

Vier Monate im Haus von Thomas Mann in Pacific Palisades – das verändert den Blick auf Amerika und Deutschland gleichermaßen. Von hier aus begibt sich Andreas Platthaus ins weite Land, auf die Spuren des deutschen Exils, während er gleichzeitig den aktuellen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten auf den Grund geht: An der West- wie der Ostküste, von der mexikanischen Grenze tief in der Wüste bis zu den Millionärsvillen hoch über dem Pazifik, in Disneyland genauso wie auf den Straßen zwischen Obdachlosen sucht ein Alteuropäer nach dem Code der Neuen Welt. Er wählt eigene Wege durch das globale gesellschaftliche Versuchslabor, das Los Angeles darstellt, und zieht die Werke von Gewährsleuten wie Thomas Mann und Quentin Tarantino heran, die ein Amerika imaginiert haben, wie wir es nie für möglich gehalten hätten, aber nun erleben. Vor dem Horizont der Präsidentschaftswahl im Herbst 2020 fühlt Andreas Platthaus unserem transatlantischen Gegenüber den Puls. In seinem Amerikanischen Tagebuch, entstanden «auf den Palisaden», begegnet uns ein tief gespaltenes Land – mit dem wir, mehr als sieben Jahrzehnte nach der Zeit des deutschen Exils, noch immer untrennbar verbunden sind.

 

Ob Trump wiedergewählt wird oder nicht – die Kämpfe innerhalb der amerikanischen Gesellschaft werden bleiben: um Abtreibung, Zuwanderung und Minderheitenrechte. Daniel C. Schmidt zeigt uns ein Amerika, das sich neu erfindet – inmitten von Opiumkrise, Geschlechterkampf und Rassendiskriminierung. Er sprach mit Bürgerrechtlern, Green-New-Deal-Aktivisten und Bürgermeistern mexikanischer Grenzstädte genauso wie mit illegalen Einwanderern, die in den USA ein neues Zuhause suchen, und Überlebenden des Parkland-Schulmassakers, die gegen die Waffenlobby aktiv sind und für schärfere Waffengesetze eintreten. Und er traf Amerikanerinnen wie die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die erfolgreich das Establishment herausfordern. Enstanden ist so das flirrende Porträt einer polarisierten Gesellschaft und ein Buch wie ein Roadmovie, das uns tempo- und detailreich den Blick auf ein neues, progressives Amerika eröffnet. „Schmidt schreibt so eindrücklich, selbst Donald Trump könnte mit diesem Buch die USA begreifen.“ (Sophie Passmann)

 

Im Palais in der Kulturbrauerei stellen Andreas Platthaus und Daniel C. Schmidt ihre Bücher gemeinsam erstmals in Berlin vor.

 

Andreas Platthaus, geboren 1966 in Aachen, hat Philosophie, Rhetorik und Geschichte studiert. Er leitet das Ressort „Literatur und literarisches Leben“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, für die er seit 1992 schreibt. 2006 erschien die vielgelobte Biographie „Alfred Herrhausen – Eine deutsche Karriere“. Seine große Darstellung der Völkerschlacht bei Leipzig, „1813“, stand lange auf der „Spiegel“-Bestsellerliste und erhielt begeisterte Presse. 2018 erschien „Der Krieg nach dem Krieg“ über Deutschland in den Jahren 1918/19. Andreas Platthaus lebt in Leipzig und Frankfurt am Main.

 

Daniel C. Schmidt, geboren 1984, Studium in Manchester und London, lebt seit Anfang 2016 in den USA, von wo er als freier Reporter unter anderem für die „Faz“, „Zeit Online“, „NZZ“ und den „Spiegel“ über Politik, Gesellschaft, und Popkultur berichtet hat. Er wohnt in Washington, D.C. und hat bislang 38 US-Bundesstaaten bereist.

Buchcover: Rowohlt Verlag & Aufbau Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr in Kürze online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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▼02.04.20 Knut Elstermann „Der Canaletto vom Prenzlauer Berg“▼

Knut Elstermann „Der Canaletto vom Prenzlauer Berg.
Der Maler Konrad Knebel“

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung

Stadtansichten vom Leben und der Vergänglichkeit Berlins
Seit über 60 Jahren porträtiert der Maler Konrad Knebel auf unnachahmliche Weise Häuser und Straßenzüge. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht dabei der Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, in dem er selbst seit den 1960er-Jahren lebt. Knebels Gemälde von Fassaden, Höfen und Hauseingängen spüren dem Wesen der meist um 1900 entstandenen Mietshäuser nach und verleihen ihnen ein Gesicht, das von den Schicksalen und Erlebnissen ihrer Bewohner geprägt zu sein scheint.
Wie einst Canaletto den Charme Venedigs, Dresdens und Wiens für die Nachwelt bewahrt hat, so vermitteln die Stadtansichten des vielfach ausgezeichneten Malers Konrad Knebel einen bleibenden Eindruck vom Leben und der Vergänglichkeit Berlins.

 

Knut Elstermann, geboren 1960 in Ostberlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur bei verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er freier Moderator und Filmjournalist, vor allem für den MDR und den RBB (radioeins). Bücher sowie zahlreiche Features für Fernsehen und Hörfunk, unter anderem über das Kino in Israel und Russland und die DEFA-Geschichte. Knut Elstermann ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste.

Buchcover: Bebra Verlag

Eintritt: VVK 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 12 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich sowie ohne VVK-Gebühr in der Buchhandlung Kunst – Buch Kollwitzplatz.

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▼11.05.20 Doris Dörrie „Leben, schreiben, atmen“▼

Doris Dörrie „Leben, schreiben, atmen. Eine Einladung zum Schreiben“

20.00 Uhr | Palais in der Kulturbrauerei | Buchvorstellung

Schreiben als Einladung, das Leben und die Welt besser kennenzulernen

“Schreiben heißt die Welt einatmen.” Für Doris Dörrie ist Schreiben eine Methode, intensiver zu leben, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen, innezuhalten, sich zu erinnern, sich und die Welt besser kennenzulernen. Schreiben bedeutet für sie, wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt, oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Schreiben ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Doris Dörrie denkt in ihrem neuen einzigartigen Buch insbesondere über das autobiographische Schreiben nach. Und sie legt gleich selbst los und zeigt, wie es geht, indem sie hinreißend und ehrlich von ihrem eigenen Leben erzählt. Mit Leidenschaft, Humor und großer Offenheit berichtet sie von Kindheitserinnerungen, fremden Orten, verloren gegangenen Gegenständen und Menschen, Freundschaften und Obsessionen. Und so wird “Leben, schreiben, atmen” auch zum Porträt einer furchtlosen, neugierigen und inspirierenden Frau. Darüber hinaus gibt die große Autorin und Regisseurin Tipps und kreative Anleitungen. Sie lädt uns ein, das Glück des täglichen Schreibens mit ihr zu teilen: einfach loszuschreiben, über das eigene Leben, und dabei auf Scham, Angst, Selbstzweifel und Rechtschreibregeln zu pfeifen. Sie macht uns Mut, weiterzuatmen, weiterzuschreiben und weiterzumachen, egal, was das Leben bringt. Schreiben wird so zum Akt der Befreiung und Erneuerung, der kreativen Selbstsuche und gelungenen Identitätsfindung.

 

Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Spielfilm “Kirschblüten und Dämonen”) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München “creative writing” und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München.

Buchcover: Diogenes Verlag

Eintritt: VVK 12 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 15 Euro. TICKETS sind zzgl. VVK-Gebühr online hier über Eventbrite & Eventim, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Kulturbrauerei erhältlich.

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Literatur: BERLIN e. V.

Vorstand: Gudrun Buhro & Sabeth Vilmar

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Gudrun Buhro
030.405047310
info@palais-kulturbrauerei.de

 

Kunst Buch Kollwitzplatz
Sabeth Vilmar
030.47374722
sabeth.vilmar@kunstbuchkollwitzplatz.com

 

Georg Büchner Buchladen

Christiane Schröter

030.4421301

christiane.schroeter@georgbuechnerbuchladen.berlin

 

PRESSE

 

Johannes Martin
030.44315140
martin@kesselhaus-berlin.de

 

Auf Anfrage schicken wir Journalisten und Redakteuren gerne die aktuelle Pressemitteilung sowie Bild- und Informationsmaterial zu.

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